Rhöndorfer Ausgabe Online
An Günter Henle
, DuisburgStBKAH 07.14
Sehr geehrter Herr Henle!
Mit bestem Dank bestätige ich den Empfang Ihres Briefes vom 1. d. Mts.1 Ich danke Ihnen für die Aufklärung des Mißverständnisses Ihrer Auffassung und der unsrigen. In der Zwischenzeit haben wir ja in Ahlen i. Westf. getagt und dort Beschlüsse gefaßt, die durch die Presse bekannt geworden sind und die in der bisherigen Linie liegen2.
Ich fürchte, daß man darauf ausgeht, auf dem Wege über die Gewerkschaften eine neue Diktatur zu errichten3. Unsere Partei wird das keinesfalls mitmachen.
Ich empfehle Ihnen, den Widerstand gegen die Dinkelbach-Pläne zu intensivieren4. Ich habe immer gefunden, daß die Engländer, wenn sie wirklichen Widerstand finden, doch geneigt sind, einer sachlichen Prüfung näherzutreten.
Ich freue mich, daß Sie wieder tätig sind, und bin mit vielen Grüßen
Ihr sehr ergebener
Hierin: ergänzende Angaben zu dem in Anm. 1 im Schreiben an Günther Henle vom 25.1.1947 erwähnten Aufsichtsratsmodell (»… haben wir den Arbeitnehmern und der öffentlichen Hand zusammen nur die Mehrheit angeboten … «).
Hierzu Rudolf Morsey, Konrad Adenauer und die Gründung, S. 108 sowie die Angaben in dem Schreiben an Paul Silverberg vom 30.5.1947.