Rhöndorfer Ausgabe Online
An den Vorsitzenden des nordrhein-westfälischen Philologen-Vereins, Dr. Jakob Erdmann
, Düsseldorf-OberkasselStBKAH 07.13
Sehr geehrter Herr Erdmann!
Mit manchen Ihrer Klagen im Briefe vom 31.10. d. Js. haben Sie zweifellos recht1. Herr Kultusminister Konen hat sich entschlossen, sein Amt als Minister zur Verfügung zu stellen. Er will der Rektor der Universität Bonn bleiben. Man wird also mit einer Neubesetzung des Kultusministeriums in naher Zukunft rechnen können. Ich hoffe, daß dann eine gewisse Beruhigung und Klärung eintreten wird. Ich bitte Sie aber, diese Nachricht vertraulich zu behandeln.
Mit ausgezeichneter Hochachtung
Ihr ergebener
(Adenauer)
Das Anschreiben ist in StBKAH nicht erhalten. (In einem früheren Schreiben vom 12.10.1947 hatte Erdmann Kritik an der Zurückhaltung der CDU »in den Fragen der höheren Schule« geübt, während die SPD »offen und heimlich für ihre ›östlichen Ziele‹ kämpfe.«) Zu der am 31.10.1947 offensichtlich angeschnittenen Frage des Ausscheidens von Kultusminister Heinrich Konen (der im Dezember 1947 durch Christine Teusch abgelöst wurde) vgl. Walter Först, Geschichte, S. 341f.; Peter Hüttenberger, Nordrhein-Westfalen, S. 244f. und Detlev Hüwel, Karl Arnold, S. 124. Vgl. auch die Schreiben an Christine Teusch vom 10.12.1947, an Heinrich Konen vom 27.12.1947 und an Otto Boelitz vom 28.1.1948.