Störer Jahresbericht

Rhöndorfer Ausgabe Online

14. September 1947 (Rhöndorf)

An den Vorsitzenden des CDU-Kreisverbands Dannenberg/Elbe, Ernst Hensel

, Dannenberg

StBKAH 08.51


Sehr geehrter Herr Hensel!

Ihr Schreiben vom 30.8. d. Js.1 habe ich zum Anlaß genommen, mit Herrn Gereke vor einigen Tagen die von Ihnen angeregten Fragen eingehend zu besprechen. Auch er ist der Auffassung, daß es für die Zukunft nur ein Entweder-Oder bezüglich der NLP2 gebe3. Bei der nächsten Nachwahl allerdings, die, glaube ich, bald stattfindet, müßte an dem bisherigen Wahlabkommen pflichtgemäß festgehalten werden.

Ich bitte Sie, vertrauensvoll mit ihm alles, was Sie bedrückt, zu besprechen.

Mit hochachtungsvollem Gruß
Ihr ergebener
(Adenauer)


  1. ^

    Hierin: Angaben zu den Auswirkungen des Wahlabkommens zwischen NLP und CDU bei den niedersächsischen Landtagswahlen vom April 1947 im Kreis Dannenberg; die der dortigen Union von der Landespartei aufgenötigte – für beide Parteien gemeinsame – Kandidatur eines NLP-Vertreters habe zu schweren Rückschlägen geführt (vor allem zu Stimmenverlusten bei der Flüchtlingsbevölkerung, die von der ›bodenständigen, rückständigen und ausgesprochen flüchtlingsfeindlichen‹ NLP abgestoßen worden sei).

  2. ^

    Auch nach der Anfang Juni 1947 vorgenommenen Umbenennung der NLP in Deutsche Partei behielt sie in Niedersachsen ihre bisherige Bezeichnung bei; vgl. Hermann Meyn, Die Deutsche Partei, S. 19.

  3. ^

    Hierzu sind auf dem Anschreiben Formulierungsvorschläge von Josef Löns vom 4.9.1947 erhalten: »... wenn ... Verschmelzung nicht zustandekommt, frontal gegen die NLP vorgehen und sie ausschalten«. Auch zu dem erwähnten Gespräch mit Günther Gereke (am Rande der 9. Zonenbeiratssitzung vom 9.- 11.9.1947 in Hamburg) findet sich eine Empfehlung Löns': »Er ist der maßgebende Mann ganz allein für diese Frage«; vgl. Anm. 2 im Schreiben an Arthur Menge vom 29.3.1946.