Rhöndorfer Ausgabe Online
An Domkapitular Wilhelm Böhler
, Köln-HohenlindStBKAH 08.20
Sehr geehrter Herr Prälat!
Auf Ihr gefl. Schreiben vom 13. d. Mts. gestatte ich mir, Ihnen mitzuteilen, daß ich wegen des Herrn Lammers mit Herrn Asbury in Briefwechsel stehe1. In seinem letzten Briefe schreibt Herr Asbury, daß die Tätigkeit des Herrn Lammers unter von Papen kein Grund der ablehnenden Haltung der Militärregierung sei. Diese halte Herrn Lammers für zu alt, für zu diktatorisch, und ferner werde seine Ernennung bei der SPD auf Widerspruch stoßen. Ich lasse durch Herrn Boelitz z. Zt. mit der SPD darüber verhandeln, ob das richtig ist.
Herrn Lammers habe ich von dem ganzen noch keine Mitteilung gemacht, weil ich glaube, das gegenüber Herrn Asbury nicht tun zu können. Falls Sie ihm andeutungsweise etwas sagen wollen, so kann ich nichts dagegen einwenden.
Ich war vor kurzem bei Sr. Eminenz2. Er sagte mir, daß er Ihnen einen besonderen Auftrag nach Münster und Paderborn geben wolle. Ich hoffe, daß er dies inzwischen getan hat. Ich lege Ihnen diesen Auftrag besonders ans Herz!
Mit freundlichen Grüßen
Ihr ergebener
Vgl. Anm. 4 im Schreiben an William Asbury vom 5.12.1946 und das Schreiben an Aloys Lammers vom 7.12.1946.
Zu diesem Gesprächstermin bei Josef Kardinal Frings konnten keine näheren Angaben ermittelt werden.