Rhöndorfer Ausgabe Online
An Generalkonsul Maurice W. Altaffer
, BremenStBKAH 07.13
Sehr geehrter Herr Generalkonsul1
Ich werde mir erlauben, Ihnen in Zukunft den Informationsdienst der CDU der britischen Zone zugehen zu lassen. Dieser Informationsdienst wird Sie über unsere Ansichten gut unterrichten.
Ich danke Ihnen für das Interesse an unseren Bestrebungen, das Sie zeigten, und bitte, mir mitzuteilen, wenn Sie irgendwelches Material zu haben wünschen.
Ich lege Ihnen bei unsere sogenannten »Ahlener Beschlüsse«, in denen unsere Auffassung über die Neugestaltung der deutschen Wirtschaft zum Ausdruck kommt. Sie sind insbesondere gerichtet gegen die Sozialisierungsbestrebungen der SPD.
Einer der wertvollsten Männer für den wirtschaftlichen Wiederaufbau ist der frühere Vorstandsbeamte der Deutschen Bank, Herr Abs, Bonn/Rhein. Herr Abs wird sich auf meine Veranlassung Ihnen gelegentlich einer Reise nach Bremen vorstellen. Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie für ihn einige Zeit erübrigen könnten2.
Mit vorzüglicher Hochachtung
Ihr sehr ergebener
(Adenauer)
Maurice W. Akaffer (1946-1950 amerikanischer Generalkonsul in Bremen; vgl. Akten zur Vorgeschichte Bd. 1, S. 879) war »bei meinem kürzlichen Besuch in Köln« mit Adenauer persönlich zusammengekommen. Ein daraufhin am 4.6.1947 an Adenauer gerichtetes Schreiben wurde von diesem am 8.6.1947 beantwortet; vgl. das Schreiben an Maurice W. Altaffer vom 8.6.1947.
Am 8.6.1947 informierte Adenauer Hermann Josef Abs über den tags zuvor empfangenen Besuch eines »beim amerikanischen Generalkonsulat in Bremen angestellte[n] frühere[n] deutsche[n] Konsul namens Petrowski o. ä.«; dieser habe die Vermittlung eines persönlichen Gesprächs mit Altaffer zugesichert (StBKAH 07.01). – Hinweise auf den genannten Mittelsmann, den »Dolmetscher des Generalkonsuls, Rekowski« (»ein früherer Angestellter des Auswärtigen Amtes«) bei Hans Kroll, Lebenserinnerungen eines Botschafters, S. 189.