Rhöndorfer Ausgabe Online
An Generalleutnant a.D. Jenö von Egan-Krieger
, Bad DriburgStBKAH 07.13
Sehr geehrter Herr Generalleutnant!
Ich erhielt Ihren Brief vom 3. d.Mts.1. Ich teile Ihre darin mitgeteilten Ansichten und habe wiederholt gerade in der letzten Zeit darauf hingewiesen, daß wir wissen müßten, mit welchen Summen unser Gold, Schiffe, Patente usw. eingesetzt seien. Ich glaube, daß die englische Regierung neuerdings beginnt, auf diesem Gebiete entgegenkommender zu werden. Man kann aber noch nicht die Entwicklungen voraussehen. Im übrigen empfiehlt sich z. Zt. möglichste Zurückhaltung bis nach Abschluß der Londoner Konferenz2.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr sehr ergebener
(Adenauer)
Hierin: die Anregung von Egan-Kriegers, von allen deutschen Parteien und politisch Verantwortlichen gemeinsam sämtliche »offiziellen und privaten [Reparations-] Entnahmen« der Besatzungsmächte ermitteln zu lassen. Auf dieser Grundlage könnten dann die Werte zurückgefordert werden, »die die in Jalta als Reparationssumme von den Siegern festgelegten 20 Milliarden übersteigen. ... In dem Moment wäre auch unsere Währung wieder in Ordnung!« Druck des angesprochenen Abschnittes V (über die deutschen Reparationen) des Konferenzprotokolls von Jalta in: EA Jg. 7 (1952), S. 4692.
Vgl. Anm. 2 im Schreiben an Hermann Kaiser vom 22.11.1947 und Anm. 2 im Schreiben an die Schriftleitung der Zeitschrift »Der Schlüssel« vom 16.12.1947.