Rhöndorfer Ausgabe Online
An Domkapitular Wilhelm Böhler
, Köln-HohenlindStBKAH 07.13
Leider sind die Verhandlungen mit dem Zentrum, die in Münster so gut angefangen haben, ins Stocken geraten, und zwar auf Seiten des Zentrums2. Herr Brockmann und ich hatten vereinbart, daß jede Partei 3 Leute benennen solle, die die gefährdeten Wahlkreise durchgehen sollten. Ich habe Herrn Brockmann unsere Namen genannt. Er versprach, das Gleiche zu tun, hat es aber dann nicht ausgeführt. Er hat offenbar Schwierigkeiten, wie ich annehmen möchte, durch die Einflüsse des Herrn Spiecker. Es wird nun nichts anderes übrig bleiben, als örtliche Wahlabkommen zu treffen. Das ist schon geschehen in Wuppertal zwischen CDU, FDP und Zentrum, ebenfalls in Osnabrück zwischen CDU und Zentrum. Es wäre sehr gut, wenn die gleichen Stellen, die sich für die Besprechung in Münster interessieren, sich hierfür einsetzen würden. Am zweckmäßigsten besprechen Sie diese Angelegenheit mit Herrn Dr. Löns und Herrn Dr. Schreiber.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr sehr ergebener
(Adenauer)
Ein Anschreiben Böhlers in der nachfolgend erörterten Angelegenheit ist in StBKAH nicht erhalten.
Zu den am 25.2.1947 in Münster geführten Verhandlungen vgl. Detlev Hüwel, Karl Arnold, S. 151; vgl. auch die Schreiben an Hans Graf von Galen vom 21.3.1947 und an Johannes Brockmann vom 4.6.1947.