Störer Jahresbericht

Rhöndorfer Ausgabe Online

1. Juni 1947 (Rhöndorf)

An Generalkonsul Franz Rudolf von Weiss

, Bad Godesberg

StBKAH 07.03


Lieber Herr von Weiss!

Zwar haben die Herren vom Intelligence Service in der Lindenallee und der Ihnen bekannte Oberst mir bestimmt zugesagt, daß wir die Ausreisegenehmigung vor dem 6. Juni hätten1; die Herren aus der Lindenallee sagten mir ferner, daß die Genehmigung selbst erteilt worden sei und sich auf dem Rücklauf nach Köln befände, aber man muß doch immer mit einer wenn auch kurzen Verzögerung rechnen. Bitte, überlegen Sie sich daher, wie die Reise gemacht werden soll, wenn sich unsere Abreise um einige Tage verzögern muß. Ich möchte Ihnen folgendes vorschlagen: In diesem Falle fahren meine Frau und ich mit dem rechtsrheinisch fahrenden D-Zug nach Basel. Ich denke, daß wir den dazu nötigen Stempel der Engländer bekommen. Es wäre nur nötig, daß Sie uns in Basel die für die Weiterreise benötigten Schweizer Franken deponierten und uns vielleicht einige Papierfranken für die erste Ankunft in Basel geben. Bitte, überlegen Sie sich alles, ich hole mir Ihren Bescheid.

Ich hoffe bestimmt, daß wir rechtzeitig fahren können, aber man muß doch alles vorbereiten für eine eventuelle Verzögerung.

Herzliche Grüße wie immer
Ihr