Rhöndorfer Ausgabe Online
An Direktor Johannes Albers
, KölnStBKAH 07.01
Sehr geehrter Herr Albers!
Herzlichst danke ich Ihnen für Ihren Brief vom 4.1. d. Js., in dem Sie mir in so freundlicher und anerkennender Weise Ihre Glückwünsche aussprachen1. Wenn ein Wort in unserer schweren Zeit gilt, dann ist es das: »Einigkeit macht stark!« Wir haben manche Erfolge in dem vergangenen Jahr errungen dank unserer gemeinsamen Arbeit. Ich hoffe, daß das auch in Zukunft so bleibt, und es drängt mich, Ihnen bei dieser Gelegenheit zu sagen, daß ich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen immer besonderen Wert lege2. Wenn ich vor längerer Zeit nicht völlig mit Ihnen übereinstimmte, so glaube ich, daß der Hauptgrund dafür Zwischenträgereien und Mißverständnisse gewesen sind3. Ich freue mich, aber feststellen zu können, daß auch unser persönliches Verhältnis zueinander so geworden ist, daß Zwischenträgereien keinen Erfolg mehr haben können, daß etwaige Mißverständnisse immer durch offene Aussprache geklärt und erledigt werden können.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr ergebener
Albers hatte – auch namens seiner »Kameraden aus der früheren christlichen Gewerkschaftsbewegung und für die weiteren Mitglieder des Vorstandes der Rheinischen Partei« – Geburtstagsglückwünsche übermittelt und im Rückblick auf das vergangene Jahr konstatiert: »... unzweifelhaft haben Sie das Verdienst, der CDU in der Britischen Zone in der Hauptsache Gestalt und Kraft gegeben zu haben.«
Vgl. Rudolf Morsey, Konrad Adenauer und die Gründung, S. 108 und die Angaben im Schreiben an Johannes Albers vom 17.2.1947.
Vgl. die Schreiben an Karl Arnold vom 20.4.1946 und an Hermann Joseph Schmitt vom 6.7.1946.