Rhöndorfer Ausgabe Online
An Simon J. Vogel
, New YorkStBKAH 07.06
Sehr geehrter Herr Vogel!
Inzwischen habe ich auch den Ersatzstift, den Sie mir über Herrn Paul Horn zugesandt haben, erhalten1. Haben Sie vielen Dank dafür. Diese Ersatzstifte sind übrigens nicht die gleichen, wie der Stift [,der] ursprünglich in dem Federhalter war. Sie enthalten weniger Tinte. Es wird mir deswegen leid tun, wenn ich Sie demnächst wieder belästigen muß.
Für das mir zugedachte Care-Paket danke ich vielmals. Ich hoffe, daß es unversehrt ankommt.
In der Zwischenzeit habe ich einen schweren Schicksalsschlag dadurch erlitten, daß meine Frau am 3. März nach langem, schweren Leiden an einer Krankheit, die wahrscheinlich mit ihrem Aufenthalt im Gestapo-Gefängnis zusammenhängt, gestorben ist. Ihr früher Tod trifft meine Kinder und mich außerordentlich schwer. Unter Ihren jüdischen Freunden dort in New York sind sicher verschiedene, die meine Frau gekannt haben. Bitte, teilen Sie ihnen mit, daß sie gestorben ist.
Wenn Sie nach Europa kommen, so wird es mich freuen, Sie zu sehen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr ergebener
(Adenauer)
Hierzu die briefliche Ankündigung Vogels vom 4.3.1948 (vgl. auch die Schreiben vom 4.9.1947, 26.1.1948 und vom 27.11.1948).