Störer Jahresbericht

Rhöndorfer Ausgabe Online

24. Dezember 1946 (Rhöndorf)

An Dr. Wim J. Schmitz

, Heemstede, Niederlande

StBKAH 07.03


Lieber Wim!

Haben Sie herzlichen Dank für Ihren Brief vom 26.11. d. Js. und für die Freundlichkeit, Dr. Poels die Mitteilung zu machen1. Ich denke, daß ich in absehbarer Zeit nach Holland kommen werde. Ich werde versuchen, Sie rechtzeitig vorher zu benachrichtigen. Jedenfalls werde ich Sie von Holland aus anrufen. Ich glaube allerdings, daß es Februar werden wird.

Ich wünsche Ihrer Frau, Ihren Kindern und Ihnen ein recht gesegnetes Weihnachtsfest. Ich denke oft und gerne zurück an das Weihnachtsfest in Maria Laach im Jahre 1933. So schwer uns damals alles schien, wieviel schwerer ist es heute. Und wie schön war das Fest, das wir damals zusammen feiern konnten! Der hochwürdigste Abt Herwegen ist, wie Sie wissen werden, auch inzwischen gestorben. Er hat lange und qualvoll gelitten. Ich bin seit geraumer Zeit nicht mehr in Maria Laach gewesen. Ich hoffe aber, bald einmal sein Grab aufsuchen zu können.

Uns geht es leidlich. Meine Frau liegt wieder seit einiger Zeit zu Bett. Hoffentlich kann sie Weihnachten aufstehen. Konrad wird hier sein, Max in Köln bei seiner Frau. Die Beiden werden aber zwischen Weihnachten und Neujahr einmal einen Tag nach hierhin kommen.

Ich freue mich, Ihre Frau und Sie bald zu sehen, und wünsche, daß wir dann einige ruhige Stunden haben, um uns austauschen zu können. Brieflich geht das ja doch nicht.

Alles Gute also zu Weihnachten und zu Neujahr von meiner Frau, meinen Kindern und mir.

Mit herzlichsten Grüßen
Ihr
(Adenauer)


  1. ^

    Nach Kontaktaufnahme mit Poels hatte Schmitz über diesen – wie auch über de Bruyn und Serrarens (vgl. die Schreiben an William Asbury vom 17.10.1946 und an Wim J. Schmitz vom 12.11.1946) , – mitgeteilt, » … daß …[sie] einen sehr großen Einfluß in Holland haben, jedoch nicht zu der jüngeren Gruppe gehören.« Die Stimmung in Holland gegenüber Deutschland habe »sich inzwischen wesentlich gebessert, obgleich eine kleinere Gruppe selbstverständlich noch sehr fanatisch ist.«