Störer Jahresbericht

Rhöndorfer Ausgabe Online

9. Oktober 1947 (Rhöndorf)

An den Stadtdirektor von Honnef

StBKAH 07.02, ohne Anrede


Auf die Vorladung, dort in Zimmer 3 zu erscheinen wegen Vernehmung zur Eierabgabe1, erwidere ich ergebenst, daß der Ernährungsminister, Herr Lübke, persönlich mir im frühen Sommer d. Js. erklärt hat, daß in Haushaltungen, in denen die Zahl der Hühner geringer sei als die Kopfzahl der Personen, Eier nicht abzuliefern seien. Ich besitze 5 Hühner, mein Haushalt besteht aus 8 Personen. Eine Eierkarte habe ich nicht erhalten. In meinem Haushalt wohnt außerdem meine Schwiegertochter, Frau Dr. Konrad Adenauer jr., mit 2 Kindern.  Auch diese hat bis vor kurzem keine Eierkarte erhalten. 

Ich bemerke noch, daß meiner Frau wegen einer schweren Erkrankung für mehrere Monate täglich ein Ei bewilligt war, daß sie aber kein einziges erhalten hat. 

Falls Sie unter diesen Umständen noch eine Vernehmung wünschen, bitte ich, meiner Frau einen Termin zu geben, da ich in der Regel abwesend bin. Meine Frau wird aber nicht vor dem 20. Oktober erscheinen können.

Hochachtungsvoll
(Adenauer)


  1. ^

    Die »Einladungs-« Karte vom 4.10.1947 ist in StBKAH erhalten. Zu diesem Vorgang vgl. Rudolf Morsey, Konrad Adenauer und die Gründung, S.109.