Rhöndorfer Ausgabe Online
An Dr. Josef Löns
, Köln-MarienburgStBKAH 07.05
Lieber Herr Löns!
Die Amerikaner haben sich bereit erklärt, für meine Frau 3 Packungen Streptomycin zur Verfügung zu stellen1.Die Packungen müssen abgeholt werden in Frankfurt (Main) beim 97. Militärhospital, Chefarzt Colonel John. Der Chefarzt hat mit Professor Martini, Bonn, gesprochen. Die Packungen sollten an sich schon heute, Samstag, abgeholt werden. Ich habe deswegen gestern abend Herrn Dörpinghaus darum gebeten. Herr Dörpinghaus hat aber keine schriftliche Legitimation gegenüber dem Chefarzt, daher könnte es sein, daß man ihm die Packungen nicht aushändigt. Für diesen Fall bitte ich Sie, die Packungen am Montag, den 23. Februar, mitzubringen. Ich lege Ihnen eine Legitimation, von Professor Martini ausgestellt, bei.
Wenn man Herrn Dörpinghaus die Packungen ausgehändigt hat, so bringen Sie sie bitte am Montag mit. Sie werden dringendst benötigt!
Die Packungen müssen kühl liegen, dürfen aber nicht dem Frost ausgesetzt sein. Bitte, geben Sie mir Bescheid nach Ihrer Rückkehr, ob alles gut erledigt ist.
Wenn der Zustand meiner Frau es gestattet, fahre ich ebenfalls am Montag nach Frankfurt, muß aber sofort wieder zurück, so daß ich am späten Nachmittag wieder zurück bin. Daher ist es mir nicht möglich, die Angelegenheit selbst zu erledigen2
Mit bestem Dank und Grüßen
Ihr
(Adenauer)
[P.S.:] Bitte, denken Sie auch an die Schreibmaschinen-Angelegenheit3!
Vgl. die Schreiben an Paul Silverberg vom 12.12.1947, an Maurice W. Altaffer vom 17.12.1947 und vom 3.1.1948, an Wim J. Schmitz vom 3.1.1948 und an Paul Silverberg vom 22.2.1948.
Am Montag, den 23.2.1948, telegraphierte Adenauer dann jedoch an Generalkonsul Altaffer: »Habe in Frankfurt alles bekommen. Haben Sie herzlichsten Dank«; zu diesem Frankfurter Termin ist eine Tischkalender-Eintragung Hohmann erhalten: »10.00, Fraktionssitzung Wirtschaftsrat«.
Vgl. das Schreiben an Josef Löns vom 10.1.1948.