CDU Wahlplakat der Bundestagswahl von 1957

Bundestagswahl 1957

Kathrin Zehender

Bei der Bundestagswahl 1957 erzielte die CDU die absolute Mehrheit. Die Abstimmung am 15. September wird zum größten Erfolg des begeisterten Wahlkämpfers Adenauer.

Teilen und drucken

"Keine Experimente"

War Anfang der 1950er Jahre noch heftig um den außenpolitischen Kurs der Bundesrepublik gerungen worden, stand die Richtigkeit der Westintegration im Vorfeld der Bundestagswahl 1957 außer Zweifel. Deutschland war Mitglied der NATO, und die Unterzeichnung der Römischen Verträge war ein Meilenstein für die Europäische Einigung. Die Wirtschaft boomte, und auch die Rentenreform trug dazu bei, dass Adenauer am 15. September 1957 den größten Wahlerfolg seiner 14-jährigen Regierungszeit erringen konnte. Mit dem Slogan „Keine Experimente“ erzielten CDU und CSU 50,2 Prozent der Stimmen. Die absolute Mehrheit ist der bis heute größte Erfolg der Union bei einer Bundestagwahl.

Stabilisierung des Parteiensystems

Die SPD dagegen, die ein weiteres Mal den blassen Ollenhauer ins Rennen geschickt hatte, blieb nahezu unverändert bei 31,8 Prozent. Die Liberalen, die im Frühjahr 1956 das Kabinett verlassen und in die Opposition gegangen waren, verloren stark und kamen nur noch auf 7,7 Prozent. Darüber hinaus kam die Konzentrierung und Stabilisierung des deutschen Parteiensystems mit der Bundestagswahl 1957 zu einem gewissen Abschluss: Während der BHE im Bundestag nicht mehr vertreten war, konnte die DP nur noch Dank Wahlabsprachen mit der Union in das Parlament einziehen.

Koalition

Trotz absoluter Mehrheit nahm Adenauer die DP mit zwei Ministern erneut in sein Kabinett auf – nicht ganz uneigennützig. Vielmehr spekulierte Adenauer darauf, dass die verbleibenden DP-Bastionen, die es zu diesem Zeitpunkt noch in Niedersachsen gab, über kurz oder lang an die CDU fallen würden. Bereits in den vergangenen Jahren hatte Adenauer systematisch die kleinen bürgerlichen Parteien umarmt mit dem Ziel, ihr Potential nach und nach zu absorbieren und in die CDU zu integrieren. Die CDU wurde dadurch in ihrem Profil konservativer und protestantischer, verhinderte durch ihren Integrationskurs aber auch die Entstehung einer starken Rechtspartei.


Weitere Artikel zum Thema:


Adenauer regiert fast durchweg mit Koalitionspartnern aus dem bürgerlichen Lager. Sein Führungsstil in der Koalition ist straff und bestimmend, so dass sich immer wieder Konflikte ergeben.

Als Bundeskanzler prägte Adenauer aufgrund seiner politischen Überzeugungen mit seinen Grundsatzentscheidungen die Bundesrepublik Deutschland.

Konrad Adenauer war ein begeisterter Wahlkämpfer, den es drängte, seine Ideen unter das Volk zu bringen.

Konrad Adenauer war sich der enormen Bedeutung der ersten Bundestagswahl bewusst: Wer diese gewann, konnte die entscheidenden Weichen für die Entwicklung der jungen Bundesrepublik stellen. Auch zur Ausrichtung des anstehenden Wahlkampfes hatte er klare Vorstellungen.

Bei der Bundestagswahl 1957 erzielte die CDU die absolute Mehrheit. Die Abstimmung wird zum größten Wahlerfolg in der Parteigeschichte.