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Holger Löttel
Vor siebzig Jahren, im September 1955, trafen in Moskau erstmals Regierungsdelegationen der Bundesrepublik Deutschland und der Sowjetunion aufeinander. Am Ende der fünftätigen Verhandlungen einigte man sich auf die Aufnahme von diplomatischen Beziehungen im Gegenzug für die Rückkehr der letzten deutschen Kriegsgefangenen aus Russland. Für Bundeskanzler Konrad Adenauer sollte sich dieser Handel als großer innenpolitischer Erfolg herausstellen, obwohl die deutschlandpolitische Bilanz der Moskau-Reise ernüchternd ausfiel. Allerdings schlug sie, und hierin liegt ihre langfristige Bedeutung, das erste Kapitel der bundesrepublikanischen Ostpolitik auf.
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Als er im Juni 1955 die Einladung erhielt, mit der Sowjetregierung in Moskau über die „Normalisierung“ des bilateralen Verhältnisses zu verhandeln, sah sich Konrad Adenauer mit einem Dilemma konfrontiert. Mit dem Inkrafttreten der Pariser Verträge und der Gründung des Warschauer Pakts hatte sich die politisch-militärische Blockbildung in Europa weiter verfestigt. Die Sowjets verfolgten nun keine gesamtdeutsche Politik nach dem Vorbild der Stalin-Noten mehr, sondern bekannten sich zur Existenz der beiden Staaten auf deutschem Territorium, die – wenn überhaupt – über eine mögliche Einheit bilateral verhandeln sollten. Der Wunsch nach diplomatischen Beziehungen zur Bundesrepublik lag auf dieser Linie: Wenn künftig ein Bonner und ein Ost-Berliner Botschafter gleichzeitig in Moskau residierte, so kalkulierte man im Kreml, dann hatte selbst die auf Revisionismus bedachte Bundesregierung den Tatbestand der deutschen Teilung faktisch akzeptiert. Bezüglich dieser Hintergedanken machte sich Adenauer, der seitens der Bundesregierung beanspruchte, das ganze deutsche Volk zu vertreten, keine Illusionen. Zugleich war die Wiederherstellung der Einheit ohne die Sowjetunion aber auch nicht möglich. Im Nachgang des Genfer Gipfels von Mitte Juli 1955, auf dem die Großen Vier betont einmütig ihren Entspannungswillen bekundet hatten, erschien die Reise zudem als Gelegenheit, den Verbündeten zu zeigen, dass die Bundesrepublik durchaus zu einer eigenständigen Ostpolitik befähigt war. Ein drängendes innenpolitisches Anliegen bestand schließlich in der Rückholung der letzten Kriegsgefangenen und der Zivilinternierten, die sich noch immer in der Sowjetunion befanden.
Letztlich konnte sich Adenauer der Einladung nach Moskau also schlecht entziehen. Nach der offiziellen Zusage Anfang August bestellte er seinen Außenminister und die Spitzen des Auswärtigen Amts in seinen Schweizer Urlaubsort Mürren ein, wo man sich darauf einigte, dass die Konferenz noch nicht in der Aufnahme von diplomatischen Beziehungen münden sollte, sondern nur in der Bildung von Kommissionen, welche die schwebenden Fragen – diplomatische, wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen sowie Kriegsgefangene und Zivilinternierte – weiter zu behandeln hätten. Die finale Entscheidung über den Botschafteraustausch wurde von der Freilassung der Gefangenen und Fortschritten bei der Wiedervereinigung abhängig gemacht. Diese Verknüpfung der Verhandlungsergebnisse mit der Deutschlandfrage entsprach nicht mehr den politischen Realitäten des Sommers 1955. Adenauer ist das sicherlich nicht verborgen geblieben, und möglicherweise hat er sich schon vorab darauf eingestellt, die deutschlandpolitischen Forderungen zurückzustellen, um eine Lösung der Kriegsgefangenenfrage zu erreichen, wie er es in Moskau dann ja auch tat. Jedenfalls schürten der Tross von 140 Personen und die repräsentative Zusammensetzung der Delegation, die Vertreter von Bundestag und Bundesrat umfasste, die öffentliche Erwartung und vergrößerte die Fallhöhe bei einem Scheitern der Verhandlungen.
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Als offizieller Tagungsort diente die Villa Spiridonowka in der Alexei-Tolstoi-Straße, ein Jugendstilbau aus dem späten 19. Jahrhundert, der nach der Oktoberrevolution verstaatlicht worden war und sich nun im Besitz des sowjetischen Außenministeriums befand. Die Delegationsspitzen, jeweils sechs Personen, saßen sich an den Längsseiten eines rechteckigen Tischs gegenüber, auf dem sie ihre Blöcke und Mappen ausbreiteten. Unmittelbar dahinter positionierten sich die Dolmetscher, die konsekutiv dolmetschten. In der dritten Reihe nahmen die Referenten Platz. Zwischen dem 9. und 13. September fanden dort vier Plenarsitzungen statt, die sich auf insgesamt gut elf Stunden summierten.
Nicht weniger bedeutsam als die Plenarrunden waren die gesellschaftlichen Empfänge, die nach den Sitzungen stattfanden. Durch exzessive Gastlichkeit in prunkvoller Umgebung sollten die Besucher aus Bonn beeindruckt und zugleich unter Druck gesetzt werden, weil sie kulturellen Gepflogenheiten zu entsprechen hatten, bei denen ein sprichwörtlicher Kontrollverlust drohte. Schon während des mehrstündigen „Frühstücks“ am 9. September wurden „alkoholische Exzesse“ gefeiert, zu denen sich die Beteiligten gegenseitig anstachelten. Vor allem Adenauer selbst sprach einem schweren georgischen Wein zu und trank „einen Ex nach dem anderen“, wie Herbert Blankenhorn besorgt vermerkte. Erst nachdem Brentano mehrfach zum Aufbruch gedrängt hatte, ließ sich der Kanzler erweichen und ins Hotel bringen und „große Massen von Tee“ aufsetzten, „um den Alkohol zu vertreiben.“
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Diese Form des Kräftemessens wurde tags darauf am 10. September im Bolschoi-Theater fortgesetzt, wo die Delegationen einer Aufführung des Balletts „Romeo und Julia“ von Sergei Prokofjew beiwohnten. Bekanntgeworden ist der Termin vor allem wegen seiner symbolischen Gesten: Am Ende der Vorstellung, als sich die Oberhäupter der feindlichen Familien über den Leichen ihrer Kinder versöhnten, da schüttelten sich auch Adenauer und der sowjetische Ministerratsvorsitzende Nikolai Bulganin die Hände. Beide bewegten sich hier innerhalb eines inszenierten Rahmens – sie nahmen eine Pose ein und produzierten die gewünschten Bilder. Während der Bühnenpausen brachten die Beteiligten immer neue Trinksprüche vor und tauschten Frotzeleien aus. Indem er sich auf diese Trinkrituale einließ und sie durchstand, scheint sich Adenauer allgemeinen Respekt verschafft zu haben. Noch fünfzig Jahre später berichtete der Journalist Gerd Ruge, der damals als junger Korrespondent mitgereist war, von den anerkennenden Worten eines sowjetischen Kollegen: „Das ist doch erstaunlich! Ein Deutscher, ein so alter, langer und dürrer Mann kann so viel Wodka vertragen!‘“
Irritiert waren die Deutschen wegen der scheinbaren Unberechenbarkeit ihrer Gastgeber, die sich in den Arbeitssitzungen aggressiv gebärdeten, sie ansonsten aber mit Komplimenten überhäuften und betont vertraulich ansprachen. Zwischen den Delegationen wurde um das nationale Prestige und die ideologische Deutungshoheit gerungen, bei den Empfängen hingegen eine Atmosphäre erzeugt, in der die Veränderung der Verhandlungspositionen ohne Gesichtsverlust möglich war. Es dauerte eine Weile, bis die Besucher dieses Schema vollends begriffen. Nur ein einziger Termin war frei von den ritualisierten Konflikten der Verhandlungsrunden und den körperlichen Belastungen der Ess- und Trinkexzesse. Für den frühen Abend des 10. September hatte Bulganin ein Treffen in der Abgeschiedenheit einer Datscha außerhalb Moskaus angeregt. Von allen Gesprächen, die er während seines Aufenthaltes in Moskau führte, hat diese Zusammenkunft bei Adenauer den stärksten Eindruck hinterlassen, weil er sich mit den Sowjetführern offen über das gegenseitige Misstrauen und die damit verbundenen Ängste austauschen konnte. Nikita Chruschtschow, der Erste Sekretär des ZK der KPdSU, teilte ihm sogar seine Sorgen wegen der Entwicklungen in der Volksrepublik China mit. Welcher Art die Hilfe war, die er erbat, um „mit Rotchina fertigzuwerden“, geht aus Adenauers späteren Erzählungen nicht genau hervor. Vermutlich betraf sie die Unterstützung bei der Entwicklungshilfe. Was Adenauer jedoch wahrnahm bzw. in der Rückschau entsprechend ausdeutete, war die Sorge vor einer demografischen Bedrohung durch die Chinesen, die über kurz oder lang auch machtpolitisch eskalieren konnte.
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Am Freitag, 9. September 1955, 11 Uhr, saßen sich die Delegationen in der Villa Spiridonowka erstmals gegenüber. Im engeren Sinne verhandelt wurde noch nicht, vielmehr gaben die Delegationsleiter nur die Eingangserklärungen ab. Der sowjetische Ministerratsvorsitzende Nikolai Bulganin, der zuerst das Wort ergriff, orientierte sich weitgehend am Tenor seiner Einladungsnote vom 7. Juni 1955. Seine Ansprache war verbindlich und durchaus auch nicht unfreundlich. Indem er die bilaterale „Normalisierung“ zur Frage von Krieg und Frieden im Atomzeitalter erhob, erhöhte er jedoch schon eingangs den Verhandlungsdruck. Über die deutsche Wiedervereinigung sollte es nur einen „Meinungsaustausch“ geben. Dass hierüber nicht mehr substanziell verhandelt werden konnte, lag nach sowjetischer Lesart einzig und allein an der „Remilitarisierung Westdeutschlands“ und seiner Einbindung in die NATO. Unabhängig davon erkannte Bulganin im Nachgang des Genfer Gipfels einen Trend zur internationalen Entspannung, der weiter gefördert und sich in der Konsolidierung der derzeitigen Ordnung in Europa (unter dem Stichwort der „Normalisierung“) niederschlagen sollte.
Als Adenauer zu seiner Erklärung anhob, befand er sich in einer ungünstigen Ausgangslage. Er musste die Sowjets zu einer Veränderung ihrer offiziellen Verhandlungslinie bewegen, ohne ein konkretes Gegenangebot machen zu können. So arbeitete der Kanzler zunächst die Legitimität der eigenen Positionen heraus, indem er sich seitens der Bundesregierung zu einem strikten Gewaltverzicht bekannte, ihren Verzicht auf die Produktion atomarer Waffen hervorhob und den defensiven Charakter der westlichen Allianz unterstrich. Dies alles waren bekannte, schon oft artikulierte Standpunkte. Kritisch hingegen erschien die Art, wie Adenauer den Begriff der bilateralen „Normalisierung“ definierte, die – darauf hatten die Sowjets im vorbereitenden Briefwechsel großen Wert gelegt – nicht an „Vorbedingungen“ geknüpft sein durfte. So formulierte er sein Anliegen in der Kriegsgefangenenfrage zwar als humanitären Appell und beklagte die fortdauernde Trennung der betroffenen Familien in Deutschland. Seine Feststellung, dass an „‚normale‘ Beziehungen zwischen unseren Staaten“ nicht gedacht werden könne, „solange diese Frage ungelöst“ bleibe, war dann aber nichts weniger als eine politische Bedingung.
Nach dem gleichen Muster argumentierte Adenauer mit Blick auf die „staatliche Einheit Deutschlands“. Nachdrücklich erinnerte er die Sowjetunion an ihre gesamtdeutsche Verpflichtung als Siegermacht des Zweiten Weltkriegs. Schon deshalb lehnte er separate Wiedervereinigungsgespräche zwischen den deutschen Staaten ab. Mit deutlichen Worten protestierte er gegen die Teilung selbst, die „gegen göttliches und menschliches Recht und gegen die Natur“ verstoße. Diplomatische Beziehungen zur Sowjetunion erachtete Adenauer zwar als nützlich, da man durch den regelmäßigen Kontakt „die wechselseitigen Realitäten“ besser erkennen könne. Jetzt aber wünschte er sich zunächst einmal ein „freimütige[s] Gespräch“, das nach der Konferenz fortgesetzt werden sollte. Hinter den freundlichen Worten wurde deutlich, wie weit die jeweiligen Interessen und Verhandlungsziele noch auseinanderlagen.
In Reaktion hierauf wechselten die Sowjets die Tonlage und schlugen einen harten Konfrontationskurs ein. Nach Eröffnung der zweiten Arbeitssitzung am Vormittag des 10. September verlas Bulganin eine schriftliche Erklärung, in der dem Bundeskanzler eine aggressiv-revanchistische „Politik der Stärke“ unterstellt wurde. Hierunter fiel auch die Forderung nach Freilassung der deutschen Kriegsgefangenen. Während das Auswärtige Amt 8.477 namentlich bekannte „Kriegsgefangene“ identifiziert hatte, sprach Bulganin von 9.626 verurteilten „Kriegsverbrechern“, die als Täter im nationalsozialistischen Vernichtungskrieg „das menschliche Antlitz verloren“ hätten. Untermauert wurde das mit drastischen Schilderungen des Massakers in Babyn Jar oder der Tötungsmaschinerie in den Konzentrationslagern, wo „Millionen Menschen […] erschossen, vergast, lebendig verbrannt“ worden waren. Dass Bulganin und Chruschtschow selbst „die Tonnen Haare“ von „zu Tode gemarterten Frauen“ in Majdanek gesehen hatten, steigerte den Effekt der Anklage sicher noch weiter.
Adenauer musste umgehend eine improvisierte Erwiderung abgeben. Um den Eindruck zu entkräften, seine Forderung bezöge sich ausschließlich auf die von sowjetischen Gerichten abgeurteilten „Kriegsverbrecher“, wies er darauf hin, er habe am Vortag nur allgemein von „zurückgehaltenen Personen“ gesprochen, was zutraf. Das Problem der individuellen Schuld dieser Menschen thematisierte er nicht. Stattdessen zog er Parallelen zu vergleichbaren Fällen in den westlichen Ländern, wo frühere Urteilssprüche inzwischen revidiert und die Verurteilten freigelassen worden waren. Im Übrigen lenkte Adenauer die Diskussion auch keineswegs in ruhigere Bahnen, sondern goss noch Öls ins Feuer, indem er die Gewalttaten der Kriegszeit miteinander verrechnete: „Es ist wahr: Deutsche Truppen sind in Russland eingefallen. Es ist wahr: Es ist viel Schlechtes geschehen. Es ist aber auch wahr, daß die russischen Armeen dann – in der Gegenwehr, das gebe ich ohne weiteres zu –, in Deutschland eingedrungen sind und daß dann auch in Deutschland viele entsetzliche Dinge im Krieg vorgekommen sind.“
Dass er die Gastgeber damit in höchstem Maße provozierte, lag auf der Hand. Insbesondere Chruschtschow vermochte sich kaum noch zu zügeln und verteidigte – sicherlich aus tiefstem Herzen, aber auch mit gezielter Theatralik – die Ehre der Rotarmisten im Großen Vaterländischen Krieg. Vor allem wollte er den Deutschen die Deutungshoheit über die belastete Vergangenheit nicht überlassen. Sie waren die „wirklich Schuldigen“, auch mit Blick auf das Leid der Familien, die noch der Rückkehr ihrer Männer und Väter aus Russland harrten: „Das hat Hitler gemacht!“ Adenauer blieb aber nicht nur hart, sondern provozierte weiter, indem er einen Gutteil der Schuld am Nationalsozialismus den europäischen Mächten zuwies, deren Appeasement-Politik die Konsolidierung von Hitlers Herrschaft überhaupt erst ermöglicht hätte. Obgleich er den deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt von 1939 ausweislich des Protokolls nicht beim Namen nannte (in seinen „Erinnerungen“ wird das anders dargestellt) war den Gastgebern, nicht zuletzt Außenminister Wjatscheslaw Molotow selbst, bewusst, dass sich der Vorwurf auch gegen sie richtete.
In Bezug auf die eigentlichen Verhandlungsprobleme, insbesondere das Verhältnis zwischen „Vorbedingungen“ und „Normalisierung“ der Beziehungen, blieben die Fronten verhärtet. Adenauers Beteuerungen, das westliche Bündnis sei rein defensiver Art, waren wirkungslos verhallt. Für Chruschtschow war die NATO „gegen die Sowjetunion geschaffen worden“ und konnte keinesfalls Teil einer europäischen Sicherheitsarchitektur sein. Demgegenüber beruhten die sowjetischen Vorschläge für ein kollektives Sicherheitssystem auf der deutschen Zweistaatlichkeit und waren daher für die Bonner Delegationsmitglieder nicht akzeptabel. Positiv klang in ihren Ohren allein Chruschtschows Versicherung, dass sich die Sowjetunion nun mit den Pariser Verträgen abgefunden habe und davon absah, den Austritt der Bundesrepublik aus der NATO zu fordern. Allerdings handelte die sowjetische Seite dabei nur im Sinne ihrer deutschlandpolitischen Zwei-Staaten-Doktrin. Interessiert war sie einzig an der umstandslosen Aufnahme der diplomatischen Beziehungen. Auf die Frage Bulganins, wie es hiermit denn jetzt stehe, antwortete der Kanzler gewunden, die Bundesregierung hätte den Sinn der Gespräche „anders aufgefasst“ und wolle sie zur Herstellung nicht nur normaler, sondern „gute[r] Beziehungen“ nutzen. Der Erfolg der Konferenz hing nun davon ab, wer seine Sicht auf die umstrittenen „Vorbedingungen“ ändern würde. Zu klären hatten das nach dem Willen Chruschtschows die „Arbeiter der diplomatischen Front“, also die Außenminister, die den nächsten Termin separat absolvieren sollten.
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Für den 11. September 1955, einen Sonntag, sah das Konferenzprotokoll eine Pause vor, was die deutsche Delegation insofern entlastete, als sie die Gelegenheit nutzen konnte, um den bisherigen Verhandlungsverlauf zu reflektieren. Nachdem er morgens in einer der wenigen katholischen Kirchen Moskaus am Gottesdienst teilgenommen hatte, fuhr Adenauer zum Leningrader Bahnhof, wo ein Sonderzug mit vermeintlich abhörsicherem Konferenzwagen parkte, den man mit großem logistischem Aufwand aus der Bundesrepublik herbeigeschafft hatte. Für die Beratungen mit Brentano, Hallstein, Grewe und Blankenhorn blieben aber nur zwei Stunden, da die Delegation um die Mittagszeit zu der ländlich gelegenen Datscha aufbrechen musste, die ihr für die Dauer ihres Aufenthaltes zur Verfügung gestellt worden war. Dort gaben die Vertreter der Bundesregierung einen Empfang für ihre Gastgeber, mit dem sie deren bisherige Gastfreundschaft erwidern konnten. Vor allem aber knüpfte Adenauer in seiner Tischrede an das vertrauliche Gespräch vom Tag zuvor an, das im „freundschaftlichen Geiste“ verlaufen war und – so die unausgesprochene Hoffnung – auch die kommenden Arbeitssitzungen positiv beeinflussen sollte. Auf der Terrasse der Datscha posierten die deutschen und die sowjetischen Delegationsmitglieder schließlich noch in demonstrativer Harmonie für die Fotografen.
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Am 12. September, 10 Uhr, trafen Molotow und Brentano im Moskauer Außenministerium zusammen. Während der Verhandlungspause tags zuvor hatten Gastgeber und Gäste im feierlichen Rahmen lobende Worte füreinander gefunden. Weil er die „aufgelockerte Stimmung“ als Signal für einen Verhandlungsumschwung deutete, ging der Bundesaußenminister durchaus optimistisch in den Termin hinein. Das Gespräch verlief jedoch in allen Belangen schlecht. Brentanos Forderungen nach der Rückkehr der Zivilinternierten, die in der letzten Delegationssitzung nicht mehr behandelt worden waren, stießen bei Molotow auf taube Ohren. Umgekehrt ließ Brentano keinen Willen zur unmittelbaren Aufnahme von diplomatischen Beziehungen erkennen. Im Einklang mit der Verhandlungsstrategie seiner Delegation schlug er den Austausch „diplomatische[r] Agenten“ vor, die mit der Behandlung aller schwebenden Probleme beauftragt werden sollten. Wie Molotow einwandte, waren die vorangestellten Fragen zu schwerwiegend, um von niederen Chargen entschieden zu werden. Ranghöhere Entscheidungsträger, als sie nun in Moskau versammelt waren, konnten nicht zusammentreten. Wenn aber schon das Spitzenpersonal keine Einigung zu erzielen vermochte, musste jede Folgedelegation nur der weiteren Verzögerung dienen. Diesem Argument hatte Brentano wenig entgegenzusetzen.
Im Anschluss eilte Brentano vom Außenministerium in den Sonderzug, wo er seiner Delegation Bericht erstattete. Unter dem Eindruck der Erfahrung mit Molotow hielt er ein Scheitern der Gespräche für möglich. Daran hatte sich auch nichts geändert, als die dritte Arbeitssitzung nachmittags um 16 Uhr eröffnet wurde. Wie selbstverständlich beschrieb Adenauer den Zweck der Zusammenkunft als eine Art erstes Kennenlernen und Auftakt für Gespräche auf Sachverständigenebene. Daraufhin verlasen Bulganin und er den Notenwechsel der zurückliegenden Monate, um ihre jeweiligen Standpunkte zu erhärten, dass die Konferenz einberufen worden war, um die diplomatischen Beziehungen zu beschließen oder sie nur vorzubereiten. Da man sich gegenseitig vorwarf, von der vereinbarten Linie abzuweichen, nahmen die Verhandlungen an Schärfe zu. Eine Eskalation mit unabsehbaren Folgen schien nicht ausgeschlossen. In dieser Lage sah Adenauer die Notwendigkeit, einen anderen Tonfall anzuschlagen, weshalb er Carlo Schmid das Wort erteilte.
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Schmid, der angesehene Sozialdemokrat mit bürgerlichem Habitus, sprach nicht als Mitglied der Bundesregierung, sondern ausdrücklich als Oppositionsvertreter und Gegner der Außenpolitik Adenauers. Demensprechend nahm er auch nicht Stellung zu der aktuellen Auseinandersetzung, sondern schlug den Bogen zurück zur Debatte über die deutsch-sowjetische Vergangenheitsbelastung aus der zweiten Arbeitssitzung vom 10. September. Im Gegensatz zu Adenauer gestand Schmid allerdings zu, „dass im Namen des deutschen Volkes am russischen Volk Verbrechen begangen worden sind, wie vielleicht nie in der Weltgeschichte“. Er bekannte sich sogar zur „moralischen Verantwortung“ hierfür und bezeichnete es „im Grunde“ als „beschämend“, als Deutscher für Deutsche bei den Opfern dieser Verbrechen vorzusprechen. Von daher appellierte Schmid an die „Großherzigkeit des russischen Volkes“, als er die Sowjets bat, zumindest eine Erklärung abzugeben, die den Angehörigen der Kriegsgefangenen und der Zivilinternierten ihre Hoffnung nicht nahm, zumal hinter dieser Bitte „das ganze deutsche Volk“ stünde.
Aus psychologischen Gründen war es sicher wichtig, dass solche Worte in Moskau einmal ausgesprochen wurden. Zunächst entspannten sie die Debatte aber nicht. Ganz im Gegenteil ließ Chruschtschow eine neuerliche Temperamentsexplosion folgen. Dass die Deutschen als Tätervolk das Angebot zur diplomatischen „Normalisierung“ nicht annahmen, sogar „faktisch ein Ultimatum“ stellten, empfand er als anmaßend und beleidigend. Daraus leitete er den Vorwurf ab, die Bundesrepublik habe, weil sie sich im Rahmen der NATO an den Kriegsvorbereitungen gegen die Sowjetunion beteilige, „keine Lehren aus der Geschichte“ gezogen. Nun war es am Bundeskanzler, auf eine als beleidigend empfundene Ehrverletzung angemessen zu reagieren. Als er Anstalten machte, den Raum zu verlassen, schloss Bulganin rasch die Sitzung, um einen Eklat zu vermeiden. Ob Adenauer, wie es in seinen „Erinnerungen“ heißt, die Verhandlungen wirklich abbrechen wollte, darf bezweifelt werden. Wenn er später vom Hotel aus über eine mutmaßlich angezapfte Telefonleitung die Flugzeuge von Köln-Wahn nach Moskau zurückbeordern ließ, war das eher eine taktische Maßnahme, die den Druck auf die Gastgeber erhöhen sollte, indem man ihnen suggerierte, die Konferenz stünde kurz vor dem Scheitern.
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Der Umschwung wurde dann nicht in einer offiziellen Arbeitssitzung eingeleitet, vielmehr – typisch für die sowjetische Verhandlungschoreografie – bei ungezwungenen Gesprächen während des abendlichen Empfangs im Kreml. Die bisher so strittigen Probleme erschienen nun auf einmal als rasch lösbar. Angesprochen auf die deutschlandpolitischen Probleme der diplomatischen Beziehungen merkte Adenauer an, hierzu ließe sich ja ein Vorbehalt formulieren. Die Kriegsgefangenenfrage hingegen sei von so „außerordentlicher psychologischer Bedeutung“, dass eine „Normalisierung der Beziehungen der deutschen Öffentlichkeit nicht zugemutet werden“ könne, solange sie nicht beantwortet sei. Tatsächlich hatte die Sowjetführung schon vor einigen Wochen entschieden, die noch inhaftierten Wehrmachtsangehörigen zu überstellen, falls die Verhandlungen mit Adenauer in ihrem Sinne abgeschlossen werden konnten. Wenn Bulganin sie nun in dramatischer Geste zusagte und mit einem mündlichen Ehrenwort garantierte, glich das dem „gut gespielten Part einer Pokerpartie“ (Werner Kilian). Entschieden war der Ausgang der Konferenz damit aber noch keineswegs. Damit sie zu einem erfolgreichen Ende geführt werden konnte, musste Adenauer das Verhandlungskonzept revidieren und die diplomatischen Beziehungen umstandslos zusagen. Der „Deal“ mag in der Luft gelegen haben, unumstritten war er keineswegs, wie der nun ausbrechende Konflikt innerhalb der Delegation belegt.
Die Vertreter des Auswärtigen Amts, allen voran Außenminister Brentano und Staatssekretär Walter Hallstein, wandten sich gegen die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zum jetzigen Zeitpunkt, weil sie die Beschädigung ihrer deutschlandpolitischen Grundsatzpositionen und propagandistisch-nachrichtendienstliche Aktivitäten einer sowjetischen Botschaft in Bonn fürchteten. Diese Einwände ließ der Kanzler bei der morgendlichen Beratung im Sonderzug am 13. September nicht gelten, gestand aber zu, die Sowjets zumindest um eine schriftliche Fixierung ihrer Zusage zu bitten. Die Reaktion der ehrbewussten Kremlführer wird sich Adenauer ausgemalt haben. Als er sein Anliegen vormittags im kleinen Kreis der Delegationsleiter vortrug, empfanden Chruschtschow und Bulganin das als Anzweifelung ihres Ehrenworts und reagierten derart ungehalten, dass die Diskussion abermals hitzige Züge annahm. Weiteren Unmut rief hervor, dass der Kanzler noch einmal gesondert auf die Zivilinternierten zu sprechen kam. Ob das „Ehrenwort“ auch für die Zivilinternierten galt, die bei Kriegsende nach Osten verschleppt worden waren, blieb ungeklärt. Auf eine Erörterung dieser Frage wollten sich die Sowjets nicht mehr einlassen. Bezüglich der Kriegsgefangenen erneuerten sie die mündliche Zusage; für die „angeblich“ darüber hinaus „noch zurückgehaltenen Personen“ sicherten sie nur vage zu, dass sie fallbezogen auf der Basis von vorzulegenden Namenslisten geprüft werden würden. Im Anschluss diskutierte die Bonner Delegation stundenlang über das weitere Vorgehen. Das Meinungsbild war keineswegs einheitlich – zwar gab es Unterstützung für Adenauers Position, die Spitzendiplomaten um Brentano lehnten eine Einigung auf dieser Basis jedoch weiterhin ab und befürworteten den Abbruch der Verhandlungen. Über sie setzte sich der Kanzler nun endgültig hinweg.
Um 15 Uhr trafen die Delegationen zum vierten Mal im Plenum aufeinander. Nach neuerlichen Wortgefechten machte Adenauer den Weg frei für die Diskussion über die Schriftstücke, die zwecks Herstellung der diplomatischen Beziehungen ausgetauscht werden sollten. Umgehend entwickelte sich die Sitzung nun zu einem Zwiegespräch zwischen Molotow und Staatssekretär Hallstein (Bundesaußenminister Brentano trat hingegen gar nicht mehr in Erscheinung). Das sowjetische Interesse bestand nun darin, den Notenwechsel auf der Basis eines eigenen Entwurfs zu formulieren, während die Bundesregierung vor allem ihre deutschlandpolitischen und territorialen Vorbehaltserklärungen unterbringen wollte. Dies allerdings, so zeigte sich rasch, konnte im bilateralen Schriftverkehr nicht geschehen. Ein anderer Weg musste gefunden werden, der sich freilich noch nicht abzeichnete.
Bundesregierung/Rolf Unterberg
Nach drei Stunden wurde die Sitzung auf Anregung Chruschtschows unterbrochen, damit Molotow und Hallstein die Formulierungsfragen im kleinen Kreis klären konnten. Das folgende Redaktionsgespräch behielt Dolmetscher Rolf-Dietrich Keil als das „unangenehmste dieser ganzen Woche“ in Erinnerung, was nicht zuletzt an Hallsteins Verhandlungsmethode lag, deren Hartnäckigkeit er als penetrant empfand. Nach längerem Ringen konnte der Wortlaut der auszutauschenden Noten für die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen angeglichen werden. Als schwieriger erwies sich die Abgabe der Vorbehaltserklärungen zur Deutschland- und Grenzfrage. Während Hallstein die Vorbehalte im offiziellen Konferenzrahmen schriftlich übergeben wollte, bevorzugte Molotow eine unverbindliche Lösung, etwa in Form einer einseitigen Presseerklärung der Bundesregierung. Schließlich stimmte er aber zu, dass doch beide Delegationen eine Erklärung verlesen und sich gegenseitig aushändigen sollten. Hiermit konnte Hallstein eigentlich zufrieden sein. Er überspannte den Bogen jedoch, als er anfing, die innerhalb von 15 Minuten erstellte sowjetische Gegenerklärung zu zerpflücken, weil sie konstatierte, dass die Frage der deutschen Ostgrenze durch das Potsdamer Abkommen erledigt sei, was seiner Ansicht nach weder politisch noch juristisch zutraf. Sichtbar verärgert verbat sich Molotow diese Einmischung in die „inneren Angelegenheiten“ der Sowjetunion, und so endete die Redaktionskonferenz in ausgesprochener Disharmonie.
Bundesarchiv, Bild 183-32875-0001 / Fotograf(in): Heilig
Als sich die Delegierten um 19 Uhr wieder an den Tisch setzten, war Adenauer entschlossen, die noch offenen Probleme schnell abzuräumen. Dennoch ergaben sich neue Irritationen, die beinahe im Eklat mündeten. Anders als Hallstein und Molotow es vereinbart hatten, waren die Sowjetführer mit einer Verlesung der Vorbehalte im Konferenzrahmen nicht einverstanden. Molotow reagierte blitzschnell und gab ungerührt an, hiervon ebenfalls zum ersten Mal zu hören. Zwar nahm Adenauer, um den Abschluss der Verhandlungen nicht weiter zu verzögern, seine bereits vorgetragene Erklärung zurück und verzichtete auf eine Stellungnahme im Rahmen der Sitzung. Dafür machte er nun einen verfassungsmäßigen Parlamentsvorbehalt geltend, der in dieser Form gar nicht existierte. Den Deutschen Bundestag konnte die Sowjetregierung als Entscheidungsträger nicht einschätzen, was sie, so des Kanzlers Annahme, geneigter machen könnte, das Vorbehaltsschreiben auf anderem Wege anzunehmen. Tatsächlich wurde es kurz vor der Abreise der Delegation aus Moskau eingereicht und durch Bulganins Kanzleichef offiziell bestätigt. Damit hatte Adenauer eine formelle Übergabe der Vorbehalte doch noch erreicht.
Bundesarchiv, Bild 183-33241-0001 / CC-BY-SA 3.0
Unter dem Blitzlichtgewitter der Fotografen unterzeichneten Adenauer und Bulganin den Notenwechsel zur Aufnahme der diplomatischen Beziehungen, tauschten die Schriftstücke aus und reichten sich über den Tisch hinweg die Hand – ihre Blicke und die Körperhaltung, verraten die Anspannung, die sie in diesem Augenblick gefühlt haben mögen. Im Verlauf der Moskauer Verhandlungen hatten die Beteiligten einstudierte Rollen gespielt und vordefinierte Haltungen eingenommen, aber sicher auch echten Stress und emotionale Belastungen erlebt. Nach den dramatischen Großkonflikten der ersten Sitzungen war der letzte Tag von kleinteiligen Aushandlungsstreitigkeiten mit Winkelzügen und Desinformation gekennzeichnet gewesen. Am Ende stand allerdings eine Einigung, welche die elementaren Interessen beider Parteien wahrte.
Schon als ihm eine alte Frau nach der Landung in Köln am 14. September vor laufenden Kameras die Hand küsste, wurde deutlich, dass der Kanzler die Stimmung daheim wohl richtig eingeschätzt hatte, als er sich auf Bulganins Angebot einließ. Die Rückkehr der fast 10.000 Kriegsgefangenen löste eine kollektive emotionale Reaktion aus, die Adenauers Popularität immens steigerte und sich noch bei der Bundestagswahl 1957, als die Union die absolute Mehrheit der Stimmen und Mandate gewann, auswirkte. Dahinter trat die ernüchternde Bilanz der Moskau-Reise mit Blick auf die deutsche Frage zurück. Wie in den kommenden Jahren deutlich werden sollte, hielt sich der deutschlandpolitische Flurschaden auch in Grenzen. Eine internationale Aufwertung der DDR konnte vermieden werden, weil die Bundesregierung im Rahmen der Hallstein-Doktrin jedem Staat, der diplomatische Beziehungen mit der Ost-Berliner Regierung aufnahm, entsprechende Sanktionen androhte. Der Bonner Alleinvertretungsanspruch blieb im Kern unangetastet. Insofern haben sich die Hoffnungen, die man in Kreml der Doppelpräsenz der deutschen Botschaften in Moskau verband, zunächst nicht erfüllt. Langfristig stellte die Institutionalisierung des Verhältnisses zur Sowjetunion allerdings durchaus die Weichen dafür, dass man auch in Westdeutschland die Realitäten der europäischen Nachkriegsordnung akzeptierte.
Die großen Probleme, die zwischen der Bundesrepublik und der Sowjetunion im Rahmen des Kalten Krieges bestanden, konnte die Konferenz nicht lösen. Die diplomatischen Beziehungen, die aus ihr resultierten, waren weiterhin von Misstrauen und Feindschaft geprägt. Dennoch hatte man in Moskau substanzielle Ergebnisse erzielt, die sich in den folgenden Jahren auch positiv bemerkbar machten, etwa durch eine Intensivierung des Warenaustauschs und die Rückkehr von fast 20.000 Zivilinternierten. Mit dem Ausbruch der Berlin-Krise stießen diese konstruktiven Ansätze zwar an ihre Grenzen. Doch war das erste Kapitel der bundesrepublikanischen Ostpolitik damit aufgeschlagen, und hierauf sollten auch Adenauers Nachfolger aufbauen können.
Hier finden Sie Quellen zu Adenauers Moskaureise vom 8. bis 14. September 1955.
Als Reporter für die Studentenzeitung Unitas berichtete Karl Ernst Sebastian über die Abreise Konrad Adenauers nach Moskau.
Das politische Ziel der deutschen Wiedervereinigung gibt Adenauer niemals auf. Fest im Westen verankert geht er aber ab Mitte der 1950er Jahre auch auf den Osten zu.