Störer Jahresbericht

Rhöndorfer Ausgabe Online

Briefe 1947 - 1949

Der zweite Band der Rhöndorfer Ausgabe, erschienen 1984 im Berliner Siedler-Verlag, umfasst 569 Briefe und 30 andere Dokumente. Abgedeckt wird der Zeitraum von Adenauers Rückkehr aus dem Sommerurlaub im Juli 1947 bis zum Abschluss der Verfassungsarbeit im Mai 1949.

Adenauer war im Jahr 1947 sowohl nordrhein-westfälischer Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Siegkreis Süd als auch Parteivorsitzender der CDU der britischen Zone. In dieser verlängerten Aufbauphase auf kommunaler und zonaler Ebene bemühte er sich stark um personalpolitische Fragen. Innerparteilich verdichtete sich der Gegensatz zum CDU-Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Karl Arnold. Anfang August 1948 wurde Adenauer in den Parlamentarischen Rat entsendet, der in Bonn über eine provisorische Verfassung (Grundgesetz) der Bundesrepublik beriet. Nachdem er in der konstitutierenden Sitzung zum Präsidenten des Gremiums gewählt worden war, konnte Adenauer seine politische Position weiter ausbauen.

Die verschiedenen Posten führten zu einer noch weiter gesteigerten Arbeitsbelastung des über 70jährigen. In dem hier abgedeckten Zeitraum reiste Adenauer in über 50 verschiedene Städte. Er hielt Reden, nahm an Konferenzen und Ausschüssen teil, gab Interviews und knüpfte neue Kontakte. Er besuchte Belgien, die Niederlande und in die Schweiz, um an internationalen Zusammenkünften teilzunehmen. 10.000 Kilomerter, so heißt es in einem Schreiben von Mitte Juli 1948, fuhr er durchschnittlich im Monat. Im Oktober 1948 schrieb er an den befreundeten Kunsthistoriker Josef Busley: »Die Hetze geht ununterbrochen weiter. Freuen Sie sich, daß Sie sich erholen können!«

Parallel hierzu verschlechterte sich seit Oktober 1947 der Gesundheitszustand seiner Frau Gussie dramatisch. Mitte Oktober in das St. Johannes-Hospital in Bonn eingewiesen, starb sie dort ein halbes Jahr später im Kreise der Familie. Privat wie politisch stand der nun zweifache Witwer vor neuen Herausforderungen.

 

Vorbemerkung